Donnerstag, 23 of Februar of 2012

best practice

Herausragende und anregende Beispiele aus der bisherigen Praxis …

 

Spendensammlung für neue Betten

Als ich in der „Butambala School for Deaf“ in Kabasanda, Uganda ankam, sah ich ziemlich schnell woran es mangelte bzw. worunter die Kinder am meisten zu leiden hatten. Die Schlafräume waren dreckig, die Betten brüchig und voller Insekten. Die SchülerInnen mussten unter unzumutbaren Bedingungen versuchen etwas Schlaf zu finden. Obwohl ich es eigentlich vermeiden wollte einfach nur Geld in die Schule zu stecken sah ich hier eine Möglichkeit mit relativ geringem Aufwand das Leben der Kinder grundlegend zu verbessern.

Alte BettenAlso formulierte ich zunächst eine Spendenbitte und lies diese allen Freunden und Verwandten, die ich ohnehin regelmäßig von meinen Aktivitäten in Uganda unterrichtet hatte, zukommen. Gleichzeitig rief ich dazu auf für mein Projekt zu werben, woraufhin manche in ihrer Nachbarschaft von Tür zu Tür gegangen sind um Leute zum Spenden aufzufordern, andere meinen Aufruf in ihren Laden/Praxis/Arbeitsstelle etc. gehängt haben. Um mehr Öffentlichkeit zu bekommen verfasste ich zunächst einen Artikel für die Schülerzeitung meiner ehemaligen Schule, der noch im gleichen Monat veröffentlicht wurde. Meine Eltern konnten Kontakt zur „Dortmunder Rundschau“ herstellen, sodass es auch dort einen kleinen Artikel über meine Arbeit, sowie einen Aufruf zur Spende gab. Während so innerhalb weniger Monate einiges an Geld zusammen kam informierte ich mich vor Ort über die Preise von Stahlbetten, Matratzen, Kopfkissen, Moskitonetzen, Bettlaken sowie Material und Arbeitskraft die es brauchte um die Räume ein wenig zu sanieren. Neue BettenDabei hatten wir Glück in den Verhandlungen mit lokalen Händlern von einem äußerst zäh feilschenden Ugander unterstützt zu werden und kamen somit drumherum die „Mzungu“ (Weißen)-Preise zu bezahlen. Die Betten bekamen wir über eine befreundete „Vocational School“, die einen LKW besaß mit dem sie die Betten, sowie alles andere in der Hauptstadt Kampala Erstandene zu unserer Schule transportierten. Die Sanierung der Räume übernahmen Leute aus dem Dorf. Schlussendlich hatten wir mehr als genug Geld um all dass zu bezahlen, sodass jetzt alles Kinder in sauberen Betten, ohne Insekten und jedes mit einem eigenen Moskitonetz schlafen können. Es gilt nur noch darauf zu achten, dass sie ihr Bettzeug regelmäßig waschen und ihre Schlafräume regelmäßig putzen, damit dieser Zustand noch lange erhalten bleibt. Jonas PS: Als Dank an die Spender, habe ich folgenden Brief verfasst und rumgeschickt: Dankesbrief an die Spender PDF

 

 

Spendensammlung mit SteckbriefenAmina

Janina Müller und ich (Kira Mandler) haben während unserer Zeit in Dar es Salaam (Tansania) drei Englischgruppen in KiWOHeDe, unserem damaligen Arbeitsplatz, unterrichtet. In diesem Jahr dort haben wir uns überlegt, dass wir gerne vier Jugendlichen die Möglichkeit bieten wollen, ihre Schule zu beenden. Durch viele Tests und Anwesenheitslisten konnten wir sehr schnell sehen, welche Jugendlichen motiviert sind, etwas zu lernen und sich stets bemühen. Am Ende unseres Aufenthaltes haben wir mit den vier ausgewählten Jugendlichen einen Steckbrief über ihre Person bearbeitet und sie sollten jeweils ihre Lebensgeschichte aufschreiben, welche wir anschließend übersetzt haben.

BahatiMit der Wahl der Schule war es nicht ganz einfach, wir haben verschiedene Schulen in Dar es Salaam besucht, um uns Bild über die Unterschiede machen zu können. Außerdem haben wir uns auch privat bei vielen Menschen über den Ruf informiert. Uns war es sehr wichtig, dass die Kinder in der Schulzeit nicht geschlagen werden. Wir hoffen, dass wir im Endeffekt die „richtige“ Schule gewählt haben.

Als wir wieder in Deutschland waren, mussten wir schnellstmöglich Spender Joycefür die anfallenden Schulkosten finden.     Wir haben beide hauptsächlich in unserem Bekanntenkreis und Familien gefragt. Janina hat einen Flyer mit den wichtigsten Informationen erstellt und diese verteilt. Ich habe eine Mappe zusammengestellt, mit den Lebensgeschichten der Jugendlichen und ein jeweiliges Foto hinzugefügt. Außerdem habe ich noch einen kurzen Informationstext der Schule und ebenfalls Bilder beigefügt. Ich bin mit dieser „Infomappe“ zu meinen Bekannten, Freunden und Familie gegangen und habe unsere Idee vorgestellt. Viele haben mir gesagt, dass sie eigentlich ungern spenden, da sie nie genau wissen, für was die Gelder wirklich eingesetzt werden.

Hassan

Aber bei diesem Projekt könnten sie schnell ihre Zweifel ablegen. Ich finde, es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir das Vertrauen der Spender einfacher aufbauen können, da sie Informationen aus erster Hand bekommen und vieles hinterfragen können.

Kira und Janina

 

 

 

 

 

 

Flyer drucken- Infos geben

Um auf Euer Projekt, oder Euren Spendenaufruf aufmerksam zu machen, könnt ihr auch Flyer (Informationsblätter) drucken und verteilen. Ein Beispiel von Jon zeigt, wie so ein Infoblatt aussehen kann …

Flyer

 

Zeitungsartikel in der Lokalzeitung

Christoph hat einen eigenen Artikel über seinen Dienst in Indien (Bericht Christoph Backnanger Zeitung) in der lokalen Zeitung veröffentlicht. Für Lokalzeitungen sind weltwärts-Freiwillige echte Schätze, denn sie erfüllen mehrere Nachrichtenfaktoren, die Leser interessieren können: Junge Menschen – soziales Engagement – Berichte aus anderen Ländern/Exotik – Jemand aus der Region weit weg – Freiwilligendienst für junge Leser interessant usw. Daher haben viele Freiwillige erlebt, dass eigene Artikelangebote, oder auch nur das Angebot, etwas zu schreiben oder für ein Interview zur Verfügung zu stehen, sehr positiv von den jeweiligen Redaktionen aufgenommen wurde. Am besten Ihr wendet Euch an Eure jeweilige Lokalzeitung, auf der Internetseite der Zeitung findet ihr Kontaktdaten. Schreibt kurz wer ihr seid, was ihr macht und was ihr anbieten könnt. Dazu Eure Kontaktdaten und voila! Nicht selten, haben Freiwillige durch Zeitungsartikel auch Spendenangebote erhalten. Wenn ihr schon ein Spendenprojekt habt, kann ein Artikel sehr hilfreich sein, in dem Fall könnt ihr den Journalisten dann auch gezielt auf den Spendenaufruf (mit Kontaktdaten/ Internetseite) hinweisen. Solltet ihr einen Artikel zur Spendensammlung planen, kann der Zeitpunkt (z.B. vor Weihnachten etc.) auch dementsprechend gewählt werden. Das schreiben eines Artikels, der interessant aus einem anderen Land berichtet, ohne Exotismus, Xenonophobie und Stereotype weiter zu pflegen, ist nicht ganz einfach. Aber gerade darum ist es eine tolle Herausforderung. Ein einfühlsamer Text, der beobachtend (nicht wertend! und schon gar nicht abwertend!) die persönlichen Eindrücke und Gefühle beschreibt, der Stereotype widerlegt oder differenziert, der Umstände kritisch betrachtet, ohne von Oben herab alles besser zu wissen

Als Hinweise zur Fairen Berichterstattung findet ihr hier als PDF: den Code of Conduct von Dóchas – probiert es aus!

 

best practice

 

Weitere Projekt-Ideen aus dem best-practice-pool

Christina hat für den Neuaufbau des Projektes einen Spendenflyer erstellt. Mit diesem können Spenden eingewoben werden. Hier der Flyer zur Ansicht

Lukas (Cape Cost) hat es zusammen mit den Mitarbeitern seines Projekts ermöglicht, dass neue Toilettenanlagen gebaut werden konnten. So wurde die Hygiene verbessert und das Risiko von Krankheiten minimiert.

Bei den Friends of Don Bosco (Tansania) wurde von Freiwilligen die Anlage eines Schulgarten angeregt. Nach gemeinsamen Gesprächen mit der Leitung und dem Lehrpersonal, wurde das Projekt dann gemeinsam umgesetzt. Damit können sich die Schüler und Lehrer jetzt besser mit Vitaminreicher Nahrung versorgen.

Rainwater harvesting ” ist ein simpler und doch oft sehr erfolgreicher Ansatz, um Wasserknappheit und Trinkwasserproblematiken in heißen Regionen zu begegnen. Freiwillige haben auf das Bedürfnis ihres Projektes reagiert und geholfen, Tonnen zu kaufen und Leitungen zu verlegen. Nun kann die Schulspeisung das Wasser der Regenzeiten nutzen und die Kinder müssen nicht, wie vorher üblich, alle einen Wasserkanister von einem fernen Tank anschleppen.

Freiwillige (wie Kilian) haben nach Absprache mit der Schulleitung ausgewählte Schulbücher gekauft und damit ganzen Klassen einen besseren Unterricht ermöglicht.

Freiwillige haben zusammen mit dem Projektleiter ein Dach reparieren lassen, um Lernen und Leben wieder möglich zu machen. Andere haben Mittel eingeworben, um eine Schule und ein Waisenhaus mit den Mitarbeitern zusammen zu renovieren.

Eine Freiwillige hat mit Hilfe der Projektleitung für Strassenkinder einen Psychologen mit Traumataerfahrung engagiert, andere haben “Erste Hilfe-Kurse” für den Staff ermöglicht und wieder andere haben in einem Slum in Indien “Selbstverteidigungskurse” für Mädchen mitinitiiert.

Ausflüge in den Zoo, in ein Museen oder ans Meer mit einem Bus für Waisen- oder Strassenkinder waren Aktionen, die u.a. in Indien von und mit Freiwilligen durchgeführt wurden.

Freiwillige in Nepal haben eine  Aktion für Frauenrechte gestartet. Sie ließen Posterähnliche Aufkleber drucken: zusehen war eine Frau und zu lesen der Spruch: Give her a voice” Die Aufkleber wurden in Katmandu und Umgebung ausgehängt.

Ein Freiwilliger hat, nach Rücksprache mit dem Projekt, Basketballkörbe angeschafft und dann eine BasketballAG geleitet.

Zwei Freiwillige in Indien haben in einem Dorf den Bau einer Pumpe mitfinanziert. So kann das Wasser jetzt nicht nur aus dem Dorfteich genommen werden, in dem es auch viele Fäkalien gibt. Ein Beitrag zur Hygiene und Gesundheitsvorsorge.

 

Rückkehrprojekte

Die Highlight der Gruppenprojekte waren die jährlich erscheinenden KaLänder:

KaLänder 2010 , KaLänder 2011

KaLänder 2011 

Rückkehrerprojekte anderer Entsendeorganisationen

Weltbilder ist eine Arbeitsgruppe, welche auf sehr kreative Weise Eindrücke von Weltwärts Freiwilligen aus der gesamten Welt sammelt. Wie der Name Weltbilder bereits vermuten lässt, werden Erfahrungen und Erlebnisse grafisch dargestellt und veröffentlicht. Dabei werden teilweise recht unkonventionelle Wege beschritten. Mit der Aktion “1 Tag – 100 Orte” waren z.B. Freiwillige aus aller Welt aufgefordert an einem bestimmten Tag um genau 12:45 ein Foto von ihrer aktuellen Tätigkeit zu machen. All diese Eindrücke wurden gesammelt und in einem Buch veröffentlicht. Das Buch verleiht einen sehr interessanten Einblick über das Leben von Weltwärts Freiwilligen weltweit und stellt somit definitiv eine Empfehlung für alle künftigen Auslandsfreiwilligen da.

Neben den bereits erwähnten “1 Tag – 100 Orte” werden im Buch auch folgende Gebiete behandelt:

Visuelle Tagebücher
Innerhalb von 24 Stunden wurde von den beteiligten Freiwilligen und weiteren, von ihnen ausgesuchten Personen mit Einmalkameras ein Film fotografiert und jeweils ein kurzer Text dazu geschrieben. Mit der Konzentration auf 24 Stunden, also einen Tag, entstanden Visuelle Tage Bücher: Alle Teilnehmenden zeigen uns ein authentisches Bild ihres Alltags – ähnlich einer Seite aus einem Tagebuch.

Life Style
Die Ergebnisse von Life Style zeigen verschiedene Lebensweisen und -vorstellungen, die die Teilnehmenden während ihres Freiwilligendienstes beobachtet haben. Fotos und Text dokumentieren Produktionswege und Ergebnisse, zeigen zum Beispiel wie aus altem Papier neue Gegenstände recycelt werden können.

Familien Bilder
Familien sind anders – hier wie anderswo und für die Teilnehmenden des Programms das beste und schwierigste Feld interkulturellen Lernens. In diesem Modul sind vielfältige Familien Bilder entstanden, die durch die Geschichten / Biografien der Familien von den Freiwilligen dokumentiert wurden.

In Box
Entdeckungen im Alltag: ein Archiv
Was ist bei allem, was weltwärts-Freiwillige erlebt, gelernt oder geschenkt bekommen haben, so wichtig gewesen, dass es nicht verschwinden soll? Dieses Eine, das individuell ausgewählt und weitergegeben wurde, sind die Objekte dieser Ausstellung. Sie repräsentieren Gedanken, Erfahrungen und Werte, die wir für die Zukunft sichern wollen.

Homepage mit visuellen Eindrücken des tollen Projekts

 

Das Aktionskochbuch

Gemeinsam möchten wir etwas gegen Armut und Ungerechtigkeit tun! Ob Straßentheater oder Flash-Mobs, Info-Vorträge oder Diskussionen…es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren! Hier gibt es eine praktische Zusammenstellung von Ideen und Methoden vom SODI – Solidaritätsdienst international e.V.:

http://entwickler-netz.de/daskochbuch/